|
Der
Atlantik, unendliche Weiten.....
Logbucheintrag 5.604, wir schreiben den 27.
Oktober des Jahres 2011. Tauchplatz: Blue Hole, Puerto del Carmen. Tauchpartner:
Peter, Matthias und Herbert.
20:43 Uhr: Phlegmatisch
leckt der ölig-schwarze Atlantik an der algenbewachsenen Mole. Vier kühne
Gestalten in schwarzem Neopren versinken
in der glatten Schwärze. Nur platzende Luftblasen erinnern an die Existenz der
Taucher.
Dann,
futuristisches Aufflammen von Lichtkegeln, die wie Laserstrahlen das Wasser
durchbohren. So stellt sich der Beginn unseres Nachttauchgangs dem Betrachter
an der Oberfläche dar.
Unter
Wasser. Stille. Atemgeräusche – meine eigenen. Oktopoden flüchten aus unseren
Lichtkegeln, Sepien verbreiten grünliche
Bioluminiszenz, der Meeresboden ist bedeckt mit Röhrenwürmern. Wir gleiten wie
Gulliver über einem üppigen Zwergenwald.
Dann die
Makrele: über anderthalb Meter in der Länge, steht sie glubschend in meinem
Fenster aus Licht. Die Zeit vergeht, langsam, ja träge gleitet der Riesenfisch
aus meinem Lichtkegel.
Aber nur um
nach 12 Minuten wieder aufzutauchen! Dieses Mal wirkt unser Monster schon
ungehaltener, genervt ob unserer Störung. Mit einem gewaltigen Flossenschlag
beschleunigt der Leviathan in Bruchstücken einer Sekunde und schießt aus
unseren Lichtkegeln raus.
Was für ein
Tauchgang!
|